Abfindung beim Aufhebungsvertrag: Höhe, Sperrzeit und Verhandlung

Aufhebungsvertrag erhalten

Das Wichtigste im Überblick

Gibt es einen Anspruch auf eine Abfindung beim Aufhebungsvertrag?

Anwalt Arbeitszeugnis

Wie hoch ist die Abfindung beim Aufhebungsvertrag?

0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr

Sperrzeit beim Aufhebungsvertrag vermeiden

Abfindung trotz Kündigung

Was im Aufhebungsvertrag geregelt sein sollte

Die Abfindung verhandeln: was den Betrag bewegt

Unterschrieben — kommen Sie da wieder raus?

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Fazit: Das Wichtigste in Kürze

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag?

Sie ist frei verhandelbar. Als Orientierung gelten 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr, ein Richtwert in Anlehnung an § 1a Absatz 2 KSchG. Der Spielraum hängt vor allem vom Prozessrisiko einer Kündigung ab, daneben von Betriebszugehörigkeit, Kündigungsfrist und offenen Ansprüchen.

Habe ich Anspruch auf eine Abfindung, wenn ich einen Aufhebungsvertrag unterschreibe?

Einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht; die Abfindung wird erst durch die Vereinbarung begründet. Aus einem Sozialplan oder einer tariflichen Regelung kann sich im Einzelfall ein eigener Anspruch ergeben.

Bekomme ich nach einem Aufhebungsvertrag Arbeitslosengeld?

Ein Aufhebungsvertrag schließt Arbeitslosengeld nicht generell aus. Der Anspruch kann aber wegen einer Sperrzeit nach § 159 SGB III ruhen, und bei vorzeitiger Beendigung gegen Entlassungsentschädigung zusätzlich nach § 158 SGB III. Die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen müssen ohnehin erfüllt sein.

Wie lässt sich eine Sperrzeit beim Aufhebungsvertrag vermeiden?

Indem ein wichtiger Grund tatsächlich vorliegt und nachweisbar ist. Anerkannt ist insbesondere die Konstellation, dass eine konkrete, nicht verhaltensbedingte Arbeitgeberkündigung zum selben Beendigungszeitpunkt drohte, die Kündigungsfrist eingehalten wird und die Abfindung sich im Rahmen der Regelabfindung bewegt.

Muss ich den Aufhebungsvertrag sofort unterschreiben?

Nein. Es besteht keine Pflicht, im Gespräch zu entscheiden. Nehmen Sie den Entwurf mit und lassen Sie die Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag prüfen, bevor Sie zusagen.

Kann ich einen unterschriebenen Aufhebungsvertrag widerrufen?

Ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht nicht — auch dann nicht, wenn der Vertrag am Arbeitsplatz unterzeichnet wurde. In engen Ausnahmefällen kommen eine Anfechtung nach § 123 BGB oder ein Verstoß gegen das Gebot fairen Verhandelns in Betracht.

Muss der Betriebsrat beteiligt werden?

Nein. Anders als vor einer Kündigung ist vor Abschluss eines Aufhebungsvertrags keine Anhörung des Betriebsrats erforderlich.

Was passiert mit Resturlaub und Überstunden?

Beides sollte ausdrücklich beziffert werden. Andernfalls kann eine umfassende Ausgleichsklausel diese Ansprüche erfassen — ob sie es tatsächlich tut, hängt von ihrem Wortlaut und den gesetzlichen Grenzen ab.

Ist ein Aufhebungsvertrag besser als eine Kündigung?

Das hängt vom Einzelfall ab. Der Aufhebungsvertrag bringt Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum, führt aber ohne Kündigungsschutzverfahren zur Beendigung und birgt das Sperrzeitrisiko. Ist eine Kündigung angreifbar, kann eine Klage das bessere Ergebnis bringen.

Sebastian T. Dohm und Jan-Benedikt Wieprecht

Über die Autoren:

Sebastian T. Dohm & Jan-Benedikt Wieprecht

Sebastian T. Dohm und Jan-Benedikt Wieprecht sind als Fachanwälte für Arbeitsrecht in Hamburg tätig und beraten seit Jahren Arbeitnehmer, Führungskräfte und Unternehmen in allen Fragen des Arbeitsrechts.

Die auf Arbeitsrecht spezialisierte Kanzlei DOHM | WIEPRECHT Rechtsanwälte steht für fundierte, praxisnahe und rechtssichere Beratung – persönlich vor Ort in Hamburg oder bundesweit digital, wenn es insbesondere um Kündigung, Aufhebungsvertrag, Abfindung oder Vertragsgestaltung geht.

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